Weil es um Frankfurt geht: Engagierter Bürgerdialog zur Kommunalwahl 2026
Montagsgesellschaft im Stadthaus am Markt
Engagierter Bürgerdialog zur Kommunalwahl 2026
Mitten im Herzen der Frankfurter Altstadt, im Stadthaus am Markt, versammelte die Montagsgesellschaft Vertreterinnen und Vertreter nahezu aller relevanten Parteien sowie Stimmen aus Wirtschaft und Stadtgesellschaft zu einem intensiven Dialog zur bevorstehenden Kommunalwahl.
Gastgeber war die Volkshochschule Frankfurt. Ihr Leiter Daniel Dejanovic betonte in seinem Grußwort die besondere Symbolkraft des Ortes – nur wenige Schritte vom Römer entfernt – und unterstrich die Bedeutung der kommunalen Ebene: Hier werde Politik konkret und greifbar.
Volles Podium, klare Positionen
In einer bewusst großen Runde stellten sich die Spitzenkandidatinnen und -kandidaten von CDU, SPD, Grünen, FDP, Die Linke, AfD, Volt, BFF, Freien Wählern und Die Frankfurter der Diskussion.
Zentrale Themen der Vorstellungsrunde:
- Bezahlbarer Wohnraum und aktive Bodenpolitik
- Wirtschaftsstärke und Gewerbesteuer
- Sicherheit und Sauberkeit
- Verkehr und Mobilität
- Bildung und Sanierungsstau bei Schulen
- Verwaltungsmodernisierung und Digitalisierung
Bereits zu Beginn wurde per Live-Abstimmung ein erstes Stimmungsbild unter den über 100 anwesenden Gästen erhoben – ein Experiment, das den demokratischen Charakter des Abends zusätzlich unterstrich.
Wirtschaftskraft zwischen Stabilität und Reformdruck
Mehrere Wortbeiträge machten deutlich:
Frankfurt ist wirtschaftlich stark – doch diese Stärke ist keine Selbstverständlichkeit.
Vertreter aus Wirtschaft und Unternehmertum forderten:
- mehr Geschwindigkeit in Genehmigungsverfahren
- Bürokratieabbau und digitale Prozesse
- verlässliche Rahmenbedingungen
- klare strategische Leitbilder für die Stadtentwicklung
Besonders betont wurde, dass Frankfurt als internationaler Standort nur dann attraktiv bleibt, wenn Fachkräfte willkommen sind und Verwaltungsprozesse effizient funktionieren.
Wohnen, Schulen und soziale Balance
Ein Schwerpunkt der Debatte lag auf der angespannten Wohnraumsituation. Während unterschiedliche Wege diskutiert wurden – von Entwicklungsgesellschaften über kommunales Wohngeld bis hin zu stärkerer Aktivierung privater Potenziale – herrschte Einigkeit darüber, dass insbesondere bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden muss.
Auch der Investitionsstau bei Schulen wurde intensiv diskutiert. Klar wurde:
Sanierung, Neubau und temporäre Containerlösungen werden die Stadt noch mehrere Jahre begleiten. Der Anspruch aller Beteiligten ist jedoch, Bildung zur Priorität zu machen.
Vielfalt als wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Faktor
Ein emotionaler Moment entstand in der Debatte um Migration, Integration und Fachkräftegewinnung.
Deutlich wurde:
Frankfurts wirtschaftliche Stärke hängt eng mit seiner Internationalität zusammen. Gleichzeitig braucht es funktionierende Verwaltungsstrukturen und ein Klima der Wertschätzung, um Fachkräfte dauerhaft zu binden.
Die Diskussion zeigte auch Spannungen – aber genau diese offene Auseinandersetzung ist Kern demokratischer Kultur.
Mobilität und Lebensqualität
Ob Radwege, Autoverkehr oder öffentlicher Nahverkehr – das Thema Mobilität bewegte das Publikum spürbar.
Hier prallten unterschiedliche Konzepte aufeinander:
- Rückbau einzelner Maßnahmen
- Ausbau nachhaltiger Infrastruktur
- ausgewogene Koexistenz aller Verkehrsteilnehmer
Einigkeit bestand zumindest in einem Punkt: Frankfurt wächst – und damit wächst auch der Handlungsdruck.
Wünsche der Wirtschaft an die Politik
Zum Abschluss formulierten Vertreter aus Wirtschaft und Stadtgesellschaft klare Erwartungen:
- Langfristige strategische Planung statt kurzfristiger Parteiprogramme
- Mut zu unbequemen Entscheidungen
- Wertschätzung von Unternehmertum
- Verlässliche Mobilitäts- und Infrastrukturpolitik
Die Botschaft war eindeutig: Frankfurt braucht Tempo – aber mit Richtung.
Bürgerdialog mit Verantwortung
Traditionell verzichtete die Montagsgesellschaft auf Gastgeschenke und spendete stattdessen an eine Initiative im Bahnhofsviertel – ein bewusstes Zeichen für konkrete Verantwortung vor Ort.
Der Abend zeigte eindrucksvoll:
Frankfurt ist vielfältig, kontrovers, engagiert – und dialogfähig.
Die Kommunalwahl 2026 wird entscheiden, welchen Kurs die Stadt einschlägt.
Die Montagsgesellschaft bleibt Plattform für offenen Austausch – unabhängig, ehrenamtlich und der demokratischen Debatte verpflichtet.
Podiumsgäste:
- Dr. Nils Kößler, CDU
- Stephanie Wüst, FDP
- Kolja Müller, SPD
- Dr. Katharina Knacker, Grüne
- Thomas Bäppler-Wolf, DieFrankfurter
- Markus Fuchs, AfD
- Eric Pärisch, Freie Wähler
- Philipp Winghart, Volt
- Dr. Daniela Mehler-Würzbach, DIE LINKE
- Mathias Pfeiffer, Bürger Für Frankfurt BFF
- Michael Weigel, WECON Netzwerk
- Peter Pawelski, Founder, & CEO, CNTXT8
- Sirri Haydar, Geschäftsführer, SRR Group
- Volker Ludwig, SVP Managing Director Central Europe-Digital Realty
23. Februar 2026, 19:30 Uhr
Stadthaus Frankfurt
Markt 1
60311 Frankfurt am Main